So jetzt will ich auch mal meine Meinung zu der QAF Version aus UK äußern. Ich habe vor 2 Wochen mir die DVD - Box (Definitive Collector’s Edition) aus England geholt und dann angefangen zu schauen. Die erste Staffel ganz durchgeguckt, dann aber Pause gemacht und heute die 2.Staffel, also die 2 restlichen Episoden geschaut. Aber ganz von Anfang an:
Zur DVD – Box: Besser kann eine Box nicht gestaltet sein. Es gibt zu jeder Folge Kommentare von Darstellern und den Leuten hinter der Kamera, zum Glück Untertitel, denn der Manchester Dialekt ist echt heftig – obwohl ich ihn eigentlich gewohnt bin und auf der Bonus-Disk gibt’s Interviews, eine Galerie und raus geschnittene Szenen (Spieldauer 45 Minuten!). Als Zusatz noch ein kleines Heft, das Russel T Davis (der Erfinder und Autor der Serie) geschrieben hat, mit Erinnerungen an die Zeit des Drehs und wie sich QAF weiter entwickelt hat.
Zur Serie: Also zuerst mal muss ich sagen, dass ich mich mit Britischen Serien eigentlich recht gut anfreunden kann – die wohl Beste Drama Serie aller Zeiten „cutting it“ von Debbie Horsfield spielt ebenfalls in Manchester und ich habe alle 4 Staffeln in einer Woche durchgeschaut (war schon heftig, ich saß öfters weinend vor dem Fernseher) hier war es schwer die Charaktere zu verstehen, wegen dem starken Dialekt, aber in QAF erreicht das noch mal ein anderes Stadium. Kann natürlich auch sein, dass ich die Sache nicht so gut verstanden habe, weil keine Minute vergeht ohne dass das das Wort „shag“ oder „twat“ fällt und ich zwar die amerikanischen Entsprechungen kenne, aber so noch nie die Wörter gehört habe.
Zu den Charakteren: Die Darsteller der Serie erwähnen in jedem Interview wie toll die Scripts zu dieser Serie gewesen seinen und dass das der Hauptfaktor gewesen sei, dass sie sich beworben haben etc. Leider kann ich ihnen nicht zustimmen. Die Charaktere sind komplett undurchsichtig, sie zeigen nie Gefühl (und das mein ich wirklich) und aus ihrer Art zu handeln werde ich nicht schlau. Nathan ist wohl der Charakter, der mich am meisten aufgeregt hat. Er reagiert immer wie ein dummes Kind, nicht wie ein 15jähriger Junge. Dann natürlich steht die Beziehung Stuart-Vince im Mittelpunkt, denn anderes als in der QAF US Version ist Nathan nur eine Randfigur, die für sich selber steht, nichts aber wirklich bewegt. Man hat das Potential der Charaktere nicht ausgeschöpft.
Vergleich zur US Version: Justin ist eine nachvollziehbare Person. Er zeigt Gefühle, sagt zwar nicht immer was er denkt, aber spricht Sachen laut aus. Nathan hingegen bleibt vollkommen im dunklen, vielleicht wollte Russel T Davis die Zuschauer zum denken anregen, aber wenn die Handlungen nicht klar sind, dann kann das Publikum so viel überlegen und es kommt zu keinem Ergebnis. Die US Version ist Gefühlshaltiger, hat Witz, man hat Spaß die Serie zu sehen und es wird nicht langweilig, da die Handlung sich immer wendet. Man merkt einfach, dass hinter der US Version ein so genanntes „writing-team“ steckt, die wirklich begabt sind, während die UK Version von einer Person geschrieben wurde, die ebenfalls begabt ist, aber der die Zeit (pro Episode nur 30 Minuten) fehlt um die Charaktere auszubauen. Obwohl die Serie als Drama Serie überschrieben wurde, ist keine wirklich dramatische Handlung zu erkennen.
Fazit: Ab der 2.Staffel beginnt die UK Version zu reifen, das Finale mit Stuart-Vince ist das erste Bewegende Ereignis der Serie. Leider ist genau da Schluss. Wir können froh sein, dass Cowlip diesen Rohdiamenten geschliffen hat, die Handlung verbessert, die Charaktere vertieft hat und das hinzugesetzt was QAF ausmacht, nämlich die unglaubliche Verworrenheit der Charaktere, Nebenrollen, die unglaublich viel sagend sind und eine Handlung die einfach alle überrascht. Alles in Allem ist die UK Version von der Idee her wunderbar, doch die Ausgestaltung gefiel mir persönlich überhaupt nicht.
So das musste ich jetzt loswerden.