Original von noregrets
Normalerweise fange ich ja mit den Sachen an, die mir gut gefallen, aber ich bin ehrlich gesagt heute in vielerlei Hinsicht enttäuscht worden.
Gab’s heute was positives? Ich glaub nein. Ich unterschreib mal deinen Beitrag pauschal. Ich sehe das meiste genauso.
@noregrets
Und die Lebenssituation mit Justin ist natürlich auch ausschließlich zu seinen Gunsten ausgerichtet. Ich meine mal ehrlich, da liegt man(n), noch schwer atmend vom letzten Blowjob mit seiner besseren Hälfte im Bett, da wartet schon der nächste Blowjob vor der Tür!
Die Szene hatte so gut begonnen, aber dann.... ich weiß bis heute nicht, warum er die Tür geöffnet hat. Hätte er ja nicht müssen.
Ich habe die Szene so interpretiert: Die Kameratechnik hat uns zum zweiten Mal eine ungewöhnliche Perspektive geboten. Sie war auf den Kopf gestellt. Die beiden wurden gefilmt, als würden sie stehen, statt liegen. Erst als es klopfte und Brian sagte, dass das seine 11 Uhr Verabredung sei, wurde das Bild vom Kopf wieder auf die Füße gestellt, d. h. es schwenkte in die liegende Position. Für mich hieß das, dass die Welt der Liebe außergewöhnlich war, aber die Realität die beiden wieder einfängt. Die Realität heißt für Justin, dass Brian weiter macht, als wäre er nie unglücklich gewesen, dass Justin nicht bei ihm ist. Als wäre er nur der Gönner, der sich einen blasen lässt, aber ansonsten nichts preis gibt.
ABER: Als der Gockel hineinspazierte, Justin abschätzig musterte und fragte, wer er sei, bekam er eine erstaunliche Antwort von Brian. Er gibt zum ersten Mal zu, seine one-time-only-policy für Justin außer Kraft zu setzen und Justin stimmt unbekümmert zu. „Im Gegensatz zu dir.“ Justin weiß, wo er bei Brian steht, was er zu erwarten hat, und akzeptiert es. Es ist der Preis, den er zu zahlen hat, um mit Brian zu sein. Wenn er damit leben kann, okay.
Justin machte seine Position gegenüber Michael deutlich, als er ihm die Titelseiten fürs neue Comic präsentierte. Die explizite Darstellung von Justin und Brian, äh, JT und Rage, auf die Michael eifersüchtig reagierte (wie in der Eingangsszene im Babylon und wie in der Szene mit Brian als er ihm riet, doch endlich nach N.Y. abzuhauen und Justin mitzunehmen). Justin hat kapiert, dass Brian ihn die ganze Zeit über geliebt hat, und dass es ihm nun egal ist, ob er’s auch jemals aus seinem Munde zu hören bekommt (warum glaub ich ihm das nicht?).
Brian mag nach außen hin der Urheber der Schließung des Woody sein, aber eigentlich war das nur bad timing. Alle inkognito-Polizisten hatten doch nur auf so was gewartet. Einer von diesen Exhibitionisten hätte sein Ding früher oder später auch ohne Brians Geldschein rausgeholt.
Merkwürdigerweise stieg niemand auf Debbies heftige Anschuldigungen ein und gab ihr Recht, als Brian nichtsahnend in den Aufruhr im Diner marschierte - nur Ben. Michael verteidigte Brian als guter Freund. Debbies Nummer fand ich ziemlich überzogen und megapeinlich, zumal sie doch weiß, dass so was bei Brian nicht zieht.
Was soll man zu Brian nun sagen? Erst feuert ihn Stockwell, dann wird er in Gnaden wieder aufgenommen, als die Umfragewerte für Jim in den Keller sausen. Manchmal könnte man Brian wirklich in den Arsch treten. Stolz kann man als Ballast über Bord werfen, wenn man die Aussicht auf ein reiches Leben in New York hat und die stinkende Arbeiterstadt Pittsburgh endlich hinter sich lassen kann.
@noregrets
Was mir auch total gefehlt hat, war irgendein Hinweis auf Hunter. Also den Diskussionen im Forum nach ist er nicht der beliebteste Charakter und wird es wohl auch nicht werden, aber wie kann man denn so eine schwieriges Thema/Handlungsstrang beginnen mit dem Straßenstrich und das dann nicht weiterführen??
Doch. Nur noch ein wenig Geduld bis zur nächsten Folge.
@noregrets
Dann hatten wir sehr über Ted diskutiert, was wohl der Grund war, warum ich mir heute über ihn mehr Gedanken gemacht habe. Spätestens heute, wo doch ganz klar geworden ist, dass Ted ein Problem haben muss (er sagt zwar nicht zu Michael: „Ich brauche Hilfe“, aber was er sagt, spricht Bände: Whiskey (oder was auch immer für Alkohol) und Schmerztabletten." Ich hätte da eigentlich ne andere Reaktion von Michael erwartet. Und bei dem Treffen bei Emmett stand so sehr die ablehnende Haltung der Freunde im Raum, dass man sie fast körperlich spüren konnte. Ich glaube, der einzige, der in dem Moment wirklich angefangen hat zu verstehen, was da mit Ted vor sich geht, ist Ben gewesen.
Naja, Michael hat doch gesagt, das Alk und Pillen keine gute Kombination sind. Sollte er dem erwachsenen Mann die Tabletten aus der Hand schlagen?
Heute gab es mehrere Schlüsselszenen für Ted. Seine berechtigte Hoffnung auf einen Job, die Tracys Chef wohl zerschlagen hat, als er Teds Namen erkannte. Seine Erniedrigung vor Garth-extra-dirty. Der größte Nackenschlag war, als Garth ihn als „nobody“ bezeichnete. Ich hätte Ted anschreien mögen, sich von diesem Arsch nicht hinunterziehen zu lassen. Garth ist für mich ein Niemand. Geld und Einfluss qualifizieren niemanden ein guter Mensch zu sein. Ted hat so viel mehr innere Qualitäten, die in unserem Alltag leider nicht zählen.
Die dritte Schlüsselszene war das Versuchskaninchenessen von Em und Vic. Beide sind dabei, ihren eigenen Partyservice zu etablieren und Ted soll dabei nur zugucken. Warum ist er eigentlich nicht mit eingestiegen? Ted kann doch auch kochen. Jedenfalls besäuft er sich beim Weinaussuchen. Für mich waren die Freunde nicht ablehnend, sondern zuerst mehr amüsiert, dann irritiert und am Ende schockiert. Teddy stank wie eine Eckkneipe, er ließ sich über die herrlichen Häppchen aus, er wollte lieber einen Blowjob als einen Kuss, und zum Schluss stieß er Em über die Theke, dass alles scheppernd am Boden lag.
Das war viel mehr als nur Betrunkensein. Das war der Frust, dass er in seinen Augen so ein Versager war und dass er jetzt allein dasteht, ohne Job, ohne Geld und dass Emmett ein neues Betätigungsfeld gefunden hat, und Ted wohl über kurz oder lang den Laufpass geben wird.
Emmett wirft schnell das Mäntelchen der liebevollen Entschuldigung darüber, während die anderen wohl ahnen, was der wahre Grund für Teddys Ausbruch ist. Em ist bereit, alles zu entschuldigen, zu verstehen und zu verzeihen und ich könnte ihn dafür knutschen. Oder ihn schütteln, dass Ted nicht Mitleid und Verständnis braucht, sondern einen Tritt in den Allerwertesten, damit er aus den Puschen und dem grässlichen Morgenmantel raus kommt und nicht im Selbstmitleid ertrinkt.
Original von Temptation
Debbie fehlt leider manchmal jedes Feingefühl. Merkt sie denn nicht das sie mit ihrem Geplapper auch Carl schadet? Das harmloseste was ihm passieren kann ist mobbing durch Kollegen. Nicht vergessen dieses geschrei fand bei der Demo und später vor und in seiner Arbeitstatte statt. Debbie läßt sich im Diner schließlich auch nicht runterputzen.
Mir hat ehrlich gesagt Horvath überhaupt nicht gefallen. Hatte er nicht betont, dass er Debbies große Klappe liebt? Wie @noregrets oben schon sagte, liebt er sie dann plötzlich gar nicht mehr, wenn’s ans Eingemachte geht. Mir geht Debbie auch manchmal ziemlich auf die Nerven, aber diesmal hatte sie Recht und sie hat immer noch Recht, wenn sie auch auf Carls Arbeitsstätte ihre Rechte als mündiger Bürger der USA einklagt und als Einwohner Pittsburghs eine Beschwerde loslassen will. Wir haben ja keine Sippenhaft (oder doch?) und Carl ist für das Tun seiner Freundin nicht verantwortlich. Das ist ja schlimmer als preußische Beamtenduckerei.
@Temptation
Ob Brian gewußt hat das er übers Fernsehen komplett in der ganzen Stadt geoutet wird?
Das Gesicht seiner Mutter hatte ich ja dann schon mal ganz gerne gesehen.
Brians Mutter weiß doch, dass er schwul ist. Und Brian ist es sicher komplett schnuppe, ob die ganze Stadt das auch weiß (die halbe weiß es eh schon). Brian sitzt jetzt offiziell mit an den Schalthebeln der Macht. Sein Gesichtsausdruck allerdings lässt nicht gerade große Freude erkennen.
Bester Spruch: Debbie - „Hold it. Your mother tries to concentrate.”